Gymnasium Donauwörth
 

Globalisation among animals and plants – and how to deal with it

Ob als blinder Passagier, als Ausreißer oder ganz gezielt als Nutztier oder Zierpflanze angesiedelt und ausgewildert, Jahr für Jahr wandern, neben bereits ausgerotteten Arten, auch exotische Arten, so genannte Neobiota, nach Europa ein. Deutschland nimmt dabei als zentrales Transitland eine herausragende Position ein. Gemeinsam mit Schulen aus Holland, Italien, Lettland, Norwegen, Österreich und Polen untersuchen Schüler des P-Seminars Neobiota von StRin Rauch und des W-Seminars Biogeographie von OStRin Maillinger in diesem und dem kommenden Schuljahr die Ausbreitung ausgewählter Neobiota. Sie schätzen ihr invasives Potential ab und analysieren das von ihnen ausgehende Gesundheitsrisiko für den Menschen und/oder ihre ökologische Verträglichkeit. Abschließend sollen gemeinsam Strategien, die unterschiedliche Länder im Umgang mit einzelnen Neobiota entwickelt haben, verglichen und eventuell länderübergreifende Lösungsansätze gefunden werden.

Auftakt des Projekts zu Beginn dieses Schuljahres war ein Logo-Wettbewerb in allen teilnehmenden Schulen. Während des ersten Treffens in Aizpute in Lettland, das neben dem persönlichen Kennenlernen der beteiligten Lehrer vor allem der Terminabsprache diente, hatten die koordinierenden Lehrkräfte aller Schulen dann die Qual der Wahl zwischen den vielen kreativen Vorschlägen. Sieger wurde ein von österreichischen Schülern gestaltetes Logo.

Von Oktober bis Dezember suchten die Schüler für uns heute als selbstverständlich heimisch betrachtete Tier- und Pflanzenarten, die zum Beispiel von den Römern über die Alpen oder nach der Entdeckung Amerikas nach Europa gebracht worden waren. Kirsche, Wein oder Tomate, ohne die seit der Antike stattfindende vom Menschen unterstütze Verbreitung von Tieren und Pflanzen wäre nicht nur unser Garten sondern auch unser Speisezettel deutlich ärmer. Für das zweite Projekttreffen in Donauwörth bereitete jede Nation Poster zu alten und neuen Einwanderern vor, die in einer gemeinsamen Ausstellung präsentiert wurden. Gleich nach der Ankunft besuchten unsere Gäste am Donnerstag aber erst einmal das Airbus Helicopters – Werk. Am Freitag stand für die Lehrer ein Empfang im Rathaus bei Herrn Oberbürgermeister Neudert auf dem Programm während die Schüler den Vormittag zu einem Austausch über die unterschiedlichen Schulsysteme und Unterrichtsmethoden nutzten und sich gegenseitig ihre Heimat vorstellten.

Für den Freitagnachmittag hatte das P-Seminar Neobiota einen sportlichen Wettkampf vorbereitet, der es allen Schülern ermöglichte sich bei Montagsmalerpantomime, Hufeisenwerfen ungezwungen kennen zu lernen. Der Samstag stand ganz im Zeichen des Comenius – Projektthemas. In den Landkreis Donau-Ries eingewanderten Arten auf der Spur wurden am Samstagvormittag geführt von Herrn Schubert (BUND) und Herrn Scupin (LBV Donau-Ries) Vogelbeobachtungen am Bertoldsheimer Stausee durchgeführt. Gestärkt durch ein Weißwurstfrühstück wurde am Nachmittag die von Schülern aller Nationen gemeinsam gestaltete Ausstellung eröffnet, bevor Frau Dr. Lauerer von der Universität Bayreuth, Herr Brandner von der TU München und Herr Prof. Maier von der Universität Ulm einen Einblick in ihre wissenschaftliche Arbeit gewährten. Krönender Abschluss des Treffens in Deutschland war für Gäste und Gastgeber der gemeinsame Besuch des Neuburger Christkindlmarktes.

 

Wir wollen uns an dieser Stelle auch im Namen aller Gäste noch ein mal bei den gastgebenden Familien für ihre Gastfreundschaft, beim Elternbeirat und allen Schülern und Kollegen bedanken, die zum Gelingen des Projekttreffens in Donauwörth beigetragen haben.

Bis zu den Osterferien untersuchten Schüler des P-Seminars Neobiota die Verbreitungswege wirbelloser Tiere am Beispiel der pazifischen Felsenauster im Wattenmeer, der Pharaoameise und der Wollhandkrabbe um die Ergebnisse beim dritten Projekttreffen in Os in Norwegen präsentieren zu können. Als Gastgeschenke hatten wir neben den Zutaten für eine bayrische Brotzeit auch ein von Schülern und Lehrern gemeinsam gestaltetes Kochbuch im Gepäck – beides traf den Geschmack der Gastgeber.

In den Osterferien machten wir uns auf den Weg nach Norwegen und erreichten nach einem kurzen Zischenstop in Kopenhagen Bergen, Norwegens zweitgrößte Stadt. Mit einem Taxi ging es weiter ins rund eine Stunde entfernte Os, wo die Schüler von den Gastfamilien bereits erwartet wurden und den norwegischen Familienalltag kennen lernen konnten. Das Arbeitsprogramm am Freitagvormittag versüßten uns unsere Gastgeber mit Skillingsboller – traditionellen norwegischen Zimtschnecken. Nach einem spannenden Expertenvortrag zur Nutzung von Manteltieren zur Produktion von Fischfutter und Biosprit präsentierte sich Norwegen von seiner schönsten Seite. Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns auf den Weg zum Hardangerfjord. Unterwegs beeindruckte uns der spektakuläre Kontrast zwischen Küsten- und Gebirgs- bzw. Gletscherlandschaft. Ein besonderes Highlight war der Zwischenstopp am Steinsdal-Wasserfall. Am Fjord angekommen besuchten wir eine Lachszucht, die uns mit einem Büffet selbst gemachter Lachsvariationen verwöhnte. Nach einem ausgiebigen Test des fangfrischen Lachses konnte im Gespräch mit dem Seniorchef der Anlage neben der Problematik der Massentierhaltung in Aquakulturen passend zum Vortrag am Vormittag auch das Thema Nachhaltigkeit vertieft werden Den Abend konnten die Schüler mit ihren Gastfamilien ausklingen lassen.
Abgerundet wurde die Exkursion durch einen Tag in Bergen. Das zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Hanseviertel Bryggen, der Fischmarkt und vor allem der Hausberg Floyn werden uns allen noch lange in Erinnerung bleiben.

Der Abschied fiel allen am Sonntagmorgen nicht leicht. Unsere Airline hätte dann beinahe für eine Verlängerung unseres Aufenthalts gesorgt. Aufgrund eines technischen Defekts wurde unser Flug von Bergen nach Kopenhagen gestrichen. Aufgeteilt in zwei Gruppen kamen wir mit einiger Verspätung müde aber doch wohlbehalten in Donauwörth an.

Kaum aus Norwegen zurück wurden die Vorbereitungen für den Comenius-Garten getroffen. Frei nach dem Motto Europa wächst zusammen war mit Holland Lettland, Österreich und Polen ein Saatgutaustausch organisiert. Die letzten Samen wechselten in Norwegen den Besitzer. Unterstützt von der Reporter-Ente der Donauzeitung Paula Print und dem kuscheligen Etwinning-Igel pflanzten die Mitglieder des P-Seminars Neobiota gemeinsam mit der Großtagespflege Zierpflanzen und auch Gemüsesorten, die auch in den Gärten unserer Partnerländer wachsen. An dieser Stellen noch mal ein riesengroßes Dankeschön an das Krippenteam für das Vorkultivieren der Pflänzchen und die Bereitschaft mitzumachen. Das Projekt mit den kleinsten Mitgliedern der Schulfamilie war für alle Großen ein Riesenspaß. Im Garten der Großtagespflege blühen hoffentlich neben Astern aus Lettland und Kapuzinerkresse aus Österreich unter anderem bald Wiesenblumen aus Polen und in unseren kindgerechten Hochbeeten wachsen Zwiebeln und Radieschen aus Österreich einträchtig neben polnischen Kräutern. Dafür gedeihen in den Gärten unserer Partnerländer in den kommenden Jahren unter anderem ein Walnussbaum, Duftveilchen, Waldmeister oder die schwäbische Alblinse. Die passenden Rezepte bzw. historischen Bezüge zu unserem Saatgut haben wir jeweils mitgeliefert.

Parallel zur Pflanzaktion galt es die mitreisenden Schüler für das nächste Treffen in Polen vorzubereiten. Schwerpunkt des Treffens in Krakau ist neben den Neobiota in der Stadt die Kastanien-Miniermotte. Im Rahmen des B/C-Praktikums wurden deshalb Kastanienblätter mikroskopiert. An einigen Standorten rund um Donauwörth wurden zudem Pheromonfallen aufgehängt, mit denen auch eine Langzeitbeobachtung und eine quantitative Auswertung versucht werden soll.

Das Programm in Polen verspricht neben dem offiziellen Arbeitsprogramm mit dem Besuch der Salzmine Wieliczka und der Gedenkstätte Auschwitz viele neue Eindrücke, auf die wir gespannt warten. Zum Abschluss dieses Jahres ist eine Exkursion der beiden W-und P-Seminare an den Bodensee geplant um in Zusammenarbeit mit Herr Prof. Maier von der Universität Ulm neu zugewanderte Arten im schwäbischen Meer aufzuspüren.

Johanna Hieber, Ute Maillinger, Kathrin Gruber, Anne Rauch

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23 Okt 2017
09:30 - 16:00
Tagung Fachbetreuer Französisch
25 Okt 2017
19:00 -
Elternabend 8. Klassen
26 Okt 2017
Ovid-Tag
26 Okt 2017
19:00 -
Elternabend 7. Klassen

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