Humanistisches, Sprachliches, Naturwissenschaftlich-technologisches, Wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium (HG, SG, NTG, WWG)

SOS Kinderdorf Tahansala

von Mika Lembeck (6. Jgst.)

In Tibet, einer armen Region im Himalaya Gebirge gibt es manche Familien, die so arm sind, dass sie ihre eigenen Kinder weg schicken, weil die Eltern nicht genug Geld verdienen können, in der Hoffnung, dass ihre Kinder irgendwo Arbeit und einen Unterschlupf finden, um dort besser weiter leben zu können. Solchen Kindern helfen SOS Kinderdörfer, die die ausgesetzten Kinder aufnehmen, genug zu Essen geben und zur Schule schicken. Eines der größten SOS Kinderdörfer von Tibet ist das in Tahansala. Es hat schon vielen flüchtenden Kindern geholfen, wie zum Beispiel der 5-jährigen Sahi, die am 26.5.2007 von ihrem zu Hause, einer etwas älteren Hütte in einem kleinen Dorf in der Nähe von Tahansala, weggeschickt wurde und glücklicherweise im SOS Kinderdorf landete. So, wie ihr, erging es vielen anderen tibetischen Kindern auch; hört ihre Geschichte:

Als Sahi an diesem Tag um 4 Uhr morgens von Ihren Eltern geweckt wurde, behaupteten diese, dass ein reicher Fabrikherr in der Gegend sei und Kinder als Arbeiter mitnehmen wollte. Das alles war natürlich nur eine Ausrede, aber Sahi glaubte es, nahm ein paar Kleider mit, verabschiedete sich von ihren Eltern und lief los. Es gab zwar keine Wege oder gar eine Straße, die nach Tahansala führten, aber Sahi kannte grob die Richtung, da sie im vorherigen Jahr schon einmal mit ihrem Vater zusammen dorthin gelaufen war, und lief traurig weiter, soweit sie die Richtung noch kannte. Sie ging sehr langsam, da sie sich bei jedem Schritt, den sie machte, unsicher war, ob es der richtige ist. Als sie dann aber nach eineinhalb Stunden schon in der Nähe von Tahansala auf einer kleinen Wiese war, dachte sie, sie hätte sich verlaufen, da sie nun schon so lange im kalten Gebirge unterwegs war; die Sicht auf die Stadt wurde ihr durch einen kleinen Hügel versperrt. Sahi wollte schon umkehren und die Reise noch einmal neu beginnen, aber davor wollte sie noch eine kurze Pause machen, da sie jetzt schon so lange gelaufen war und fror. Sie setzte sich auf einen Stein neben sich. Dieser war aber locker und rutschte ab. Dabei stürzte Sahi, schürfte sich das Knie auf und schlug sich den Kopf an einem anderen Stein an. Kurz darauf lag sie ohnmächtig auf der kalten Wiese. Was sie zu dem Zeitpunkt davor aber noch nicht wusste, keine 200 Meter weg von ihr, war das SOS Kinderdorf Tahansala und dort wachten gerade die ersten Kinder auf, denn es war kurz vor 6 Uhr und um 6 Uhr mussten alle Kinder des SOS Kinderdorfes zum Morgengebet. Also standen nun alle Kinder auf und gingen zusammen mit den SOS Kinderdorf-Müttern auf die Wiese, wo Sahi immer noch lag, um zu beten. Die SOS Kinderdorf-Mutter Margaria sah Sahi als erstes und lief sofort auf sie zu. Die Frau nahm das Mädchen in den Arm und lief zurück zum Dorf. Während dessen erklärte sie den anderen, dass diese ohne sie beten sollten, weil sie erst dieses Mädchen versorgen wollte. Margaria legte Sahi in ein Bett, das zurzeit nicht benutzt wird und verband ihre Wunden mit Stofftüchern, nachdem sie diese gereinigt hatte. Das erste, was Sahi wahrnahm, als sie wieder zu sich kam, war das, dass sie in einem weichen, warmen Bett lag. Als sie dann anschließend ihre Augen öffnete, bemerkte sie, dass eine Frau neben ihr stand und sie liebevoll anlächelte. Diese Frau, Margaria, stellte sich vor und fragte Sahi nach ihrem Namen. Sahi antwortete und fragte die SOS Kinderdorf-Mutter, wo sie war. Margaria erklärte ihr, dass sie im SOS Kinderdorf Tahansala sei, und fragte sie, aus welchem Grund sie da draußen unterwegs war. Als Sahi ihre Geschichte erzählte, war Margaria kaum erstaunt, was Sahi wiederum wunderte. Die SOS Kinderdorf-Mutter erklärte ihr kurz, dass es vielen Kindern so geht, wie ihr, aber dass es nicht alle so weit schaffen, wie sie, weil manche auf ihrer Flucht sogar sterben. Margaria bot ihr außerdem noch an, hier wohnen zu können, da dieses SOS Kinderdorf extra für solche Kinder gebaut worden war. Sahi willigte sofort ein und die beiden gingen in die Küche, wo die anderen Kinder schon das Frühstück vorbereiteten. Kurz danach, als die beiden eintrafen, schritt ein etwa 7-jähriges Mädchen, das Swetha hieß, auf die SOS Kinderdorf-Mutter zu, und erklärte ihr, dass sie damit fertig seien, das Frühstück zu zu bereiten. Anschließend befahl Margaria den Kindern, sich an den Tisch zu setzen, um das Frühstück zu genießen. Das taten die nun 11 Kinder aus dem Haus 17 dann auch, nachdem Margaria Sahi den anderen vorgestellt hatte. Als die Kinder fertig gegessen hatten, fragte Sahi, eines der anderen Mädchen, was sie nun zu tun hatten. Dieses lachte und antwortete anschließend, dass sie noch bis 10 Uhr Freizeit hätten, da dann die Schule beginnen würde. Sahi bedankte sich und ging zurück in ihr Bett, da sie sich noch ein wenig von der Aufregung am Morgen erholen wollte. Ungewollt schlief sie ein, aber sie wurde rechtzeitig von Swetha, der ältesten aus ihrem Haus, geweckt, um in die Schule zu gehen. Also liefen die fast 1.500 Kinder, die alt genug für die Schule waren, in die tahansalanische Schule, die nur zwei Straßen weit entfernt lag. Das Gebäude sah ähnlich aus wie das von deutschen Schulen, nur halt nicht ganz so modern. Sahi war sehr aufgeregt, da es ihr erster Schultag war, weil sich ihre Eltern bisher noch keine Schule leisten konnten. Swetha hatte ihr auf dem Schulweg noch erzählt, dass man dort sogar einen Hochschulabschluss machen konnte. Der Stundenplan für diesen Tag bestand aus Englisch, Biologie und Sanskrit, einer alten asiatischen Sprache. Danach hatten sie eine halbe Stunde Mittagspause. Es gab Reis mit gekochtem Rindfleisch und Soße. Anschließend stand noch Erkunde, Chinesisch, 15 Minuten Pause, Mathematik und Geschichte an. Um 16 Uhr war die Schule dann aus. Sahi hatte es super gefallen und freute sich schon auf den nächsten Schultag. Als die 1.393 Schulkinder vom SOS Kinderdorf wieder dorthin zurückgelaufen waren, war wieder Freizeit angesagt. Ab 17 Uhr mussten dann aber alle Kinder wieder in die Küche ihres Hauses, um Hefebrote für das Abendessen zu backen. Diese wurden dann ab 18 Uhr zusammen mit etwas Gemüse aus dem hauseigenen Beet verspeist. Anschließend gab es schon wieder Freizeit, aber nur bis 19 Uhr, da dann für die Schulkinder Hausaufgaben angesagt waren. Diese konnten erst um diese Zeit erledigt werden, da es vorher wegen des Geschreis der Babys nicht möglich war, und diese schliefen ab 19 Uhr. Sahi war zwar die letzte aus ihrem Haus, die fertig wurde, aber sie schaffte es dann doch sich um 20:45 Uhr Schlafen zu legen.

Sahi ist sehr froh, endlich ein normales Leben führen zu können, trotz dass ihre Eltern so arm waren, denn sie ist mittlerweile schon seit 12 Jahren im SOS Kinderdorf, so wie 2.200 andere Kinder, die unter anderem auch arme Eltern hatten. In einem Jahr macht sie sogar schon einen Hochschulabschluss und danach will sie Köchin in einem Restaurant in Linsa, einer große Stadt in Tibet werden, denn dorthin hatte das SOS Kinderdorf Tahansala einmal einen Ausflug gemacht und es hat ihr super gefallen. Dort kann sie dann auch genug Geld verdienen, um sich weiterhin ein normales Leben leisten zu können und nicht so arm zu sein, wie ihre Eltern waren – und das alles dank dem SOS KINDERDORF!

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